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Masuren

Aus der Geschichte des Deutschen Ordens und Ostpreußens

Im Nordosten Polens liegt Województwo Warmińsko-Mazurskie (Wojewodschaft von Ermland und Masuren).

Schon der Doppelname verweist auf eine Zusammenlegung von zwei historisch verschiedenen Landstrichen: dem katolischen Warmia/Ermland (Bistum) und einem Teil des protestantischem Herzogtums Preußen, das im 16. Jh. aus dem Ordensstaate hervorgegangen war. Dieses Land tritt  mit dem Kommen des Deutschen Ordens in Erscheinung; daher sollte man die Geschichte des späteren Ostpreußens mit der Ankunft des Ordens beginnen.

Die Urbevölkerung des Landes, die baltischen Pruzzen, möchte ich in einem späteren Artikel behandeln. Kreuzzüge ung Gründung der Ritterorden.

Im Zuge der ersten Kreuzfahrten nach Palästina sind nacheinander drei große Ritterbruderschaften entstanden; die Templer, die Johanniter und der Deutsche Orden. Junge Männer schlossen sich zu Gemeinschaften zusammen, um durch gute Taten ihren christlichen Glauben zu bezeugen, ohne sich hinter Klostermauern der Außenwelt zu entziehen.

- sie kümmerten sich um Kranke und Schwache - Spitäler entstanden, dh. Asyle, in denen bedürftige Kreuzfahrer im Heiligen Lande Hilfe und Pflege  erfahren konnten.

- zugleich stand der Kampf gegen die Sarazzenen im Vordergrund - ein neuer Gedanke, der noch 100 Jahre zuvor als Gotteslästerung empfunden wäre; Kämpfen, Waffengebrauch hatte man im ersten nachchristichen Jahrtausend als Sünde verstanden.

Nach 1100, während der Kreuzzüge, ändert sich diese Einstellung. Gott fände Gefallen am Kriege,     der in seinem Namen geführt wird und am Kampfe um die heiligen Stätten.

Die Entstehung der Ritterbruderschaften wurde auch von den weltlichen Herrschern heiß begrüßt, denn diese bildeten einen wesentlichen Teil der stationären Streitmacht im Heiligen Land. Die Armeen überfluteten das Land während der Kreuzzüge und zogen sich später in ihre europäische Heimat zurück. In der Zeit zwischen den Kreuzzügen waren der König von Jerusaalem und andere Landgrafen auf die Schlagkraft der Orden angewiesen; die Kämpfe gegen die Araber gingen nie zu Ende.

In dieser allgemeinen Stimmung erfolgt die Gründung des Deutschen Ordens im Zeitraum 1190 - 1198. Ähnlich seinen beiden älteren Brüdern wurde er bald in Europa reichlich belehnt. Mit dem Erlös aus diesen Ländereien wurde der Kampf gegen die Heiden finanziert, zuerst in Palästina, später im Pruzzenland und in Livland (Baltikum)


In Preußen begann der Orden 1231 gegen die Heiden zu kämpfen, hier auch gelang es ihm, im Gegensatz zu Palästina, für 300 Jahre Fuß zu fassen. Nach dem Verlust des Heiligen Landes 1291, war der Hochmeister gezwungen seinen Sitz nach Venedig und kurz danach nach Preußen zu verlegen; da, wo sich der überwiegende Landbesitz des Ordens befand, wurde in Marienburg die Residenz der Hochmeister errichtet.

Der Staat des Deutschen Ordens ist entstanden.

Dieser preußische Staat hatte anfangs die Aufgabe Heiden zu bekehren und die Missionstätigkeit militärisch zu unterstützen. Mit der Zeit ist daraus ein normaler osteuropäischer Staat geworden, verwickelt in Konflikte mit den Nachbarn, die, ganz typisch, gegenseitige Expansionsbestreben zutage legten. In diesen Konflikten, hauptsächlich mit Polen, liegt die wesentliche Ursache für den Untergang dieses Ordensstaates. Letztendlich erfolgte er im Jahr 1525. Zuvor aber, 1466, verlor der Orden wesentliche Gebietsteile an Polen. 1525 folgte die Säkularisierung des übrigen Teils. Der letzte Hochmeister, Albrecht v. Hohenzollern-Ansbach, wurde weltlicher Herzog und Lehnsherr des polnischen Königs. 1561 ging dem Orden auch Livland verloren.

Diese schweren Rückschläge bedeuteten keineswegs die Auflösung des Ordens. Der Ordensstaat ist verloren gegangen, der Deutsche Orden selbst nicht. Die Besitzungen außerhalb Preußens behielt der Orden bis zu der Ära Napoleons. Nach dem Verlust des Ordensstaates ist der Deutsche Landmeister zu Deutsch- und Hochmeister geworden, sein Sitz war Bad Mergentheim bei Wüzburg und seit 1810 ist es die Kaiserstadt Wien. Der Orden selbst, in veränderter Form, existiert bis heute in Deutschland, Ősterreich, und Südtirol und als protestantischer Zweig in Holland.

Der ehemalige Ordensstaat - das spätere Herzogtum Preußen - wurde durch Zufall zur Keimzelle der brandenburgisch-preußischer Monarchie. Der letzte Hochmeister und zugleich der erste Herzog in Preußsen war nämlich ein Hohenzoller.

Zuerst in Preußen des 19. Jh. dann, vor allem nach dem 1. Weltkrieg, wurde die Geschichte des Deutschen Ordens und dessen Staate zum wesentlichen Teil der nationalen Tradition in ganz Deutschland.

In Polen hingegen überdauerte die Erinnerung an den Kreuzritterorden als ein äußerst negatives Bild, das zur starken Prägung eigener nationalen Identität dient.

Eine Reise in das ehem. Ostpreußen maßt sich nicht an, ein Studium der Ordensgeschichte zu werden. Die Zeitspanne (800 Jahre) wäre zu lang, die räumliche Ausdehnung zu groß:Deutschland, Polen, Palästina, Baltikum. 

Die historische Recherche auf einer Reise in diese Richtung wird auch keine Belege liefern für die Richtigkeit      der Grenzziehung von 1914, 1937 oder 1945. Sie kann allerdings zum Verständnis beitragen, warum sich die Grenzen zwischen den Deutschen und ihren östlichen Nachbarn im Mittelalter veränderten und warum dies Grund für Auseinandersetzungen im 20.Jh.gewesen war bzw. immer noch ist.      

Geschrieben anhand von Haartmut Bookmann:" Der Deutsche Orden"

 

K A L E N A R I U M:  vom Ordensland bis heute

                 

Zeitenwende   baltische Völker der Pruzzen,Litauer und Letten wandern ein

890  der angelsächsische Seefahrer Wulfstan kommt zum Handelspltatz Truso (Elbing) im Pruzzenlande

 Während des dritten Kreuzzuges ins Heilige Land entsteht der Deutsche Orden des St. Mariens -Hospitals zu Jerusalem, oder: Brüder vom Detschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem

 

1190      in Akkon wird zunächst eine Spitalbruderschaft gegründet und aus dieser entwickelt sich

1198      eine ritterliche Gemeinschaaft zum Schutz der Pilger im Heiligen Land

1209-39  Hermann v.Salza, bedeutendster Hochmeister in der Geschichte, lenkt den Orden nach Osteuropa

1226      Kaiser Friedrich II belehnt den Orden mit dem noch zu erobernden Pruzzenland

1230      Konrad Hz. von Masowien (Polen) belehnt den Orden mit Ländern um Nieszawa/Nissau und Chałmno/Kulm (ohne Suverenitätsrechte); Beginn der Expansion östlich der Weichsel

1237      Papst Gregor IX. erkennt den Ordensstat an als Dominium des Heiligen Stuhls

13. Jh. jahrzentelange Kämpfe zur Unterwerfung der Pruzzen;

          statliche Burgen entstehen: Dobrin, Kulmsee, Rheden, Marienwerder, Marienburg u.v.m.

          Städtegröndungen: 1233-Thorn und Kulm, 1243-Elbing, 1255-Königsberg u.v.a.

1236      Der Schwertbruderorden aus Riga verliert die Schlach bei Schaulen(Litauen) und wird  dem               Detschen

Orden als sog. Livischer Orden einverleibt

1240       nach der verlorenen Schlacht gegen die Russen auf dem Peipussee (Grenze Estland - Russland) wird

die nördliche Ausdehnung des Odensstaaes abgestreckt.

14. Jh.    Erstarken des Ordens zur führenden Macht im Ostseeraum

1410       schwere Niederlage in der Schlacht bei Grunwald/Tannenberg gegen Polen - Litauen)

1433-      13-jähriger Krieg gegen Polen endet mit totaler Niederlage des Ordens, Gebiete westlich der Weichsel

-1466      mit Danzig und Bistum Ermland kommen an Polen, Bischof von Ermland wird Landesfürst

1466       entgültige Verlegung der Hauptstadt von Marienburg nach Königsberg

1525       der letzte in Preußen residierende Hochmeister Albrecht v. Hohenzollern-Ansbach wird zum

               protestantischem Herzog in Preußen, Huldigung dem König von Polen als Suverän

1525       Gründung der Universität Albertina in Königsberg

1618 durch Erbschaft geht die Herzogswürde an die Kurfürsten von Brandenburg

              es entsteht eine Personalunion:  Markgrafschaft Brandenburg und Herzogtum Preußen

1657 Auflösung der Abhängigkeit von Polen; König von Polen behält  den Titel „Herzog in Preußen"

1689      Bau des barocken Kirchenjuvels in Święta Lipka/Heiliglinde

1701      Fridrich III, Kurfüst von Brandenburg krönt sich in Königsberg zum König in Preußen (Fridrich I)

1709-11     an der Pest (Folge des Nordischen Krieges) sterben ca. 250.000 von ca. 600.000 Bevölkerung

1732             20.000 salzburger Protestanten finden an der Grenze zu Litauen ihre neue Heimat

1758 7-jähriger Krieg; russische Okkupation (in Königsberg sehr wohlwollend empfunden)

1773       enrstehen Bezeichnungen für 2 Provinzen: Ostpreußen und Weststpreußen

1807       Memel (lit. Klajpeda) ist Zufluchtsort des Königs Friedrich Wilhelm III. und seiner Frau Luise

1850       erster Dampfer „Masovia" bietet Spazierfahrten auf den Große Masurischen Seen an

1914       Einmarsch der Russen im südlichen Ostpreußen, vernichtende Kontroffensive der Deutschen in der Schlacht bei Tannenberg

1920       Abstimmung in den Grenzkreisen nach der staatlichen Zugehörigkeit; die meiste Bevölkerung hat sich für den Verbleib in Deutschland ausgesprochen

1940        Errichtung der Wolffsschanze als Kriegsqartier für A. Hitler und oberste Führung des III. Reiches

1945      Trennung Ostpreußens in sovietischen (russischen) Teil - 40% und polnischen Teil - 60%

nach 1990   reger Ausbau der Hotelerie und touristischer Infrastruktur

1996      im Zuge der Verwaltungsreform entsteht die Wejewodschaft von Ermland und Masuren

              Gründung der Universität in Olsztyn/Allenstein

 

 

                                                                                                                     Grzegorz Kołakowski

                                                                                                                      RL bei Weiss-Travel

 
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